Patient-Reported Experience Measures (PREMs)

In der durch den G-BA umgesetzten Qualitätssicherung kristallisieren sich gegenwärtig mehrere Trends heraus. Zunehmend setzt der G-BA hierbei auf neue QS-Instrumente bzw. neue Datenquellen. Hierzu zählen neben den §136er Daten auch Kassendaten, stichprobenartige Begehungen, Einrichtungsbefragungen und eben auch Patientenbefragungen. Zu beobachten ist der Versuch des Gesetzgebers, den politischen Wunsch nach unmittelbarer Steuerungswirkung von Qualität umzusetzen. Die aktive Umsetzung liegt jedoch nach wie vor auf Seiten der Leistungserbringer. Mit der Richtlinie des G-BA über grundsätzliche Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement für unter anderem Krankenhäuser wird auch der Umsetzungsrahmen definiert. Schon seit langem haben sich die Krankenhäuser darauf eingerichtet und Fachbereiche für Qualitäts- und Risikomanagement forciert. Über diese werden die Versorgungsprozesse fortwährend gemessen und wenn nötig in einen nachhaltigen Verbesserungsprozess geführt.

Hierbei kann der Ergebnisrahmen zur Verbesserung von Versorgungsqualität grob in die klinische Wirksamkeit, (Patienten-)Sicherheit und Patientenerfahrung interpretiert werden.

Im Bereich der Messung von (Patienten-)Sicherheit und Patientenerfahrung gibt es eine zunehmende Anzahl an Befragungsinstrumenten, über die die Wahrnehmung von Patienten gemessen wird und die erhobenen Ergebnisse darauf in den Verbesserungsprozess eingebracht werden. Doch nicht jedes Instrument entspricht den vom Gesetzgeber geforderten Ansprüchen (siehe Methodische Grundlagen; Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen IQTiG). Eine nicht gewünschte Abweichung im Ergebnis kann deshalb nicht ausgeschlossen werden.

Die Patientenerfahrung messen

Fragebögen zur Messung der Patientenerfahrung, die Patient-Reported Experience Measures (PREMs) sammeln Informationen über die Patientenerfahrung zu einer zurück liegenden Behandlung. Sie sind einer der Indikatoren für die Qualität der Patientenversorgung, messen sie jedoch nicht direkt. Im Gegensatz zu PROMs (Patient-Reported Outcomes Measures) untersuchen PREMs nicht die Ergebnisse der medizinischen Versorgung, sondern die Auswirkungen des Versorgungsprozesses auf die Erfahrung des Patienten; z. B. die Kommunikation oder auch die Unterstützung im Versorgungsprozess. Sie unterscheiden sich von Befragungen zur Zufriedenheit dadurch, dass objektive Patientenerfahrungen gemeldet werden und subjektive Ansichten nicht mehr gemeldet werden können.

Die gesammelten Daten tragen zur Verbesserung und Fokussierung des patientenzentrierten klinischen Managements bei, liefern aber auch wichtige Rückmeldungen an die Kliniken, um Vergleiche in der klinischen Versorgung zu ermöglichen.

  • Patient-Reported Experience Measures (PREMs) sind Fragebögen, mit denen die objektive Wahrnehmung der Patienten über ihre Erfahrungen zum Versorgungsprozess gemessen wird. Es sind keine Zufriedenheitsbefragungen mit subjektiven Ansichten zum Prozess
  • Die objektive Wahrnehmung der Patienten zum Versorgungsprozess ist ein zentraler Faktor zu einer exzellenten patientenzentrierten Versorgung
  • Die Datensätze können für folgende Zwecke verwendet werden: Forschung, Qualitätsmessung, Veränderungsprozesse, Leistungsbewertung von Ärzten und Pflege, Audits und wirtschaftliche Bewertung
  • Es gibt eine zunehmende Unterstützung für die Verwendung von Instrumenten nach dem Prinzip der Patient-Reported Experience Measures (PREMs), um die Qualität der Versorgung in den Bereichen der (Patienten-)Sicherheit und Patientenerfahrung zu messen und die Ergebnisse nach Übersetzung in ein Ursachen-Wirkungs-Prinzip zielgerichtet in den Verbesserungsprozess einzubringen

Patientenzentrierung (Patient Centered Care)

Die patientenzentrierte Versorgung konzentriert sich auf den Patienten und die besonderen Gesundheitsbedürfnisse des Einzelnen. Das Ziel einer patientenzentrierten Gesundheitsversorgung ist es, Patienten zu befähigen, sich aktiv an ihrer Versorgung zu beteiligen. Dies setzt voraus, dass Ärzte, Pflege und weitere an der Patientenversorgung beteiligte gute Kommunikationsfähigkeiten entwickeln und die Bedürfnisse der Patienten effektiv berücksichtigen. Eine patientenzentrierte Versorgung erfordert auch, dass der Leistungserbringer zum Partner des Patienten wird und danach strebt, eine Versorgung bereit zu stellen, die darüber hinaus nicht nur effektiv, sondern auch sicher ist.

Picker hat für diesen Ansatz schon vor vielen Jahren das Patient Centered Care Modell entwickelt, welches zugleich die Grundlage für die einzelnen Fragen (items) im PREM Instrument darstellt.

Patient Centered Care Modell nach Picker (Patientenzentrierung)

Darüber hinaus wissen wir, dass eine gute Patientenversorgung Auswirkungen auch auf die Wahrnehmung von Mitarbeitern sowie Einweisern hat. Die Zusammenhänge der Messergebnisse sind offensichtlich und werden fortlaufend vom BQS Institut als Lizenz- und Entwicklungspartner des Picker Institute Europe, Oxford wissenschaftlich begleitet. Hierbei werden korrelierende Zusammenhänge identifiziert, die dem klinischen Qualitätsmanagement in der Umsetzung von Maßnahmen zugeführt werden können.

Das BQS Institut leistet damit über den methodischen Ansatz des IQTiG hinaus wichtige Erkenntnisse, um auf komplexe Weise den Qualitätsverbesserungsprozess in der operativen Umsetzung zu unterstützen.

Wollen Sie mehr über die Picker-Methode erfahren?

Gern stehen wir Ihnen bei Ihren Befragungs-, Qualitätssicherungs- oder auch Change-Projekten zur Seite.

Nehmen Sie Kontakt auf mit:

Christina Tjaden
Marketing und Vertrieb

Telefon: +49 40 2540 7884

E-Mail: christina.tjaden@bqs.de

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